AnwendungssicherheitDie Toxizität von Carbenicillin ist äusserst gering (Knusden 1967; Silverblatt 1968; Harris 1970; Rolinson 1998; Anonymous 1968c).NagetiereCave: Penicilline sind bei kleinen Nagern kontraindiziert, da die Abtötung der grampositiven Darmflora zu einer Überwucherung mit coliformen Keimen und Clostridien führt. Die entstehende hochgradige Enteritis verläuft in den meisten Fällen tödlich (Wasel 2001a; Egen 1995; Lowe 1980; Kaipainen 1958; Lowe 1980; Boyd 1962; De Sommer 1955).Carbenicillin-IndanylDas freie Indanol, welches bei der Hydrolyse des Carbenicillin-Indanlys entsteht, könnte toxisch wirken. Seine Abbauprodukte sind nicht toxisch. Bei Patienten mit einer Leberschädigung könnte das unmetabolisierte Indanol akkumulieren und eine toxische Wirkung entfalten (Pfizer 2000 cont.). Die LD50 von Indanol beträgt bei Mäusen nach einer oralen Verabreichung 354 mg/kg und bei Ratten 620 mg/kg (NLM 2005 cont.).Akute ToxizitätLD50 Carbenicillin
LD50 Carbenicillin-Dinatrium
LD50 Carbenicillin-Indanyl
Chronische ToxizitätBei Untersuchungen mit Hunden, welchen täglich während 12 Monaten Dosen von 250, 500 oder 750 mg/kg Carbenicillin-Indanyl oral verabreicht wurden, konnten keine toxischen Effekte festgestellt werden. Das Körpergewicht blieb stabil und es gab weder hämatologische oder histopathologische Veränderungen noch Abweichungen bei der Blutchemie oder im Urin. Auch Rhesus-Affen, welchen 750 mg/kg Carbenicillin-Indanyl täglich während 5 - 16 Tagen verabreicht wurde, zeigten keine Anzeichen für eine toxische Wirkung (Butler 1973b).GenotoxizitätStemp et al. untersuchten die Genotoxizität verschiedener Penicilline. Bei in-vitro-Versuchen mit humanen peripheren Lymphozyten, welche in verschiedenen Carbenicillin-Dinatrium-Konzentrationen während 24 Stunden inkubiert worden waren, wurde erst bei einer Konzentration von 10 mg/ml eine schwache, wenn auch signifikante Erhöhung von chromosomalen Aberrationen festgestellt (Stemp 1989). Bei weiteren in-vitro-Untersuchungen mit humanen Lymphozyten wurde die Verwendung von Carbenicillin in therapeutischen-Konzentrationen als nicht klastogen eingestuft. Dabei wurde weder der Mitotische Index, die Kinetik des Zellzyklus noch die Häufigkeit der "satellite associations" beeinflusst. Auch die Häufigkeit der "sister chromatid exchanges" (SCE) war in-vitro nicht erhöht (Jaju 1984). Bei in-vivo-Experimenten wurde Ratten 0,3 oder 0,5 g/kg Carbenicillin-Dinatrium intramuskulär verabreicht. 30 Stunden später wurden die Tiere getötet. Ein Mikronukleus-Test mit unreifen Erythrozyten des Knochenmarkes zeigte keine erhöhte Inzidenz von Mikronuklei, und das Verhältnis zwischen den unreifen Erythrozyten und der gesamten Erythrozytenpopulation war unverändert (Stemp 1989). Bei einem Versuch mit Ratten, welchen während 18 Monaten täglich 250 - 1'000 mg/kg Carbenicillin-Indanyl oral verabreicht worden war, konnte kein Wirkstoff-bedingter Anstieg von Neoplasien beobachtet werden (Pfizer 2000 cont.).Reproduktion (Embryo-/Fetotoxizität)Carbenicillin ist plazentagängig (Jaju 1984). Bisher wurden keine teratogenen Effekte beobachte (Wilker 2006; Fabre 1972). Butler et al. untersuchten den Einfluss einer oralen Verabreichung von 500 oder 1'000 mg/kg Carbenicillin-Indanyl bei Ratten, welchen der Wirkstoff 14 Tage vor der Paarung bis zum 13. Tag der Trächtigkeit verfüttert wurde. Dabei wurden keine negativen Auswirkungen auf die Reproduktion festgestellt. Die behandelten Ratten zeigten eine höhere Anzahl erfolgreicher Trächtigkeiten und Implantationen und eine geringere Anzahl von Resorptionen (Butler 1973b). Bei verschiedenen Reproduktions-Studien mit Ratten, Mäusen und Affen wurden keine schädigenden Auswirkungen auf den Fetus beobachtet. Dabei wurde den Ratten 500 - 1'000 mg/kg, den Mäusen 200 mg/kg und den Affen 500 mg/kg Carbenicillin-Indanyl oral verabreicht (Pfizer 2000 cont.).
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