Oxybutynin - Toxizität
CliniPharm
Wirkstoffdaten
 

Anwendungssicherheit

Oxybutynin hat eine grosse Sicherheitsspanne (Lish 1965).
 

Akute Toxizität

Die limitierenden toxischen Effekte von anticholinergen tertiären Aminen sind meistens die ZNS-Wirkungen. Oxybutynin ist in den meisten Fällen ähnlich oder weniger toxisch als Atropin (Lish 1965).
 
Eine Überdosierung kann folgende Symptome verursachen:
 
-ZNS-Effekte (Unruhe, Erregung, Anfälle)
-Kardiovaskuläre Effekte (Hyper- oder Hypotension, Tachykardie, Kreislaufversagen)
-Fieber
-Nausea oder Erbrechen (Plumb 2002)
 
Eine massive Ueberdosierung kann zu Paralysen, Koma, Atemversagen und Tod führen (Plumb 2002).
 

LD50

Maus:oral 725 mg/kg (Lish 1965)
intravenös 68 mg/kg (Lish 1965)
intraperitoneal 185 mg/kg (Lish 1965)
  
Ratte:oral 2030 mg/kg (Lish 1965)
  
Hund:oral > 400 mg/kg (Lish 1965)
 

TD50 (mittlere toxische Dosis, die neurologische Symptome bewirkt)

Maus:oral 16,4 mg/kg (Lish 1965)
intavenös 3,4 mg/kg (Lish 1965)
intraperitoneal 13 mg/kg (Lish 1965)
  
Ratte:oral 45 mg/kg (Lish 1965)
  
Hund:oral 5,6 mg/kg (Lish 1965)
subkutan 11 mg/kg (Lish 1965)
intravenös 1 mg/kg (Lish 1965)
 

Subakute Toxizität

Die tägliche orale Verabreichung von 8 mg/kg über 2 Monate führt beim Hund zu folgenden Symptomen: Mydriasis, Xerostomie, Tachykardie, Hyperaktivität, Hyperventilation und Ataxie. Mydriasis und Xerostomie treten ab einer Dosierung von 2 mg/kg auf. Als pathologische Veränderung können entzündliche Bezirke im Dünndarm festgestellt werden (Lish 1965).
 

Chronische Toxizität

Hund

Hunde, die während 6 Tagen pro Woche für 26 Wochen oral 6 - 12 mg/kg/Tag verabreicht bekamen, zeigten während den ersten 4 Wochen Anorexie, Tremor und Nervosität. Für die restlichen 5 Monate verminderten sich diese Symptome (Lish 1965).
 

Ratte

Ratten, die während 6 Tagen pro Woche für 26 Wochen oral 63 - 200 mg/kg/Tag verabreicht bekamen, zeigten akute pharmakologische Effekte, eine verminderte Futteraufnahme mit daraus folgendem Gewichtsverlust sowie pathologische Veränderungen wie irreguläre und vergrösserte Leberzellen und degenerative Veränderungen der Nierentubuli (Lish 1965).
 

Reproduktion

Edwards et al. beobachteten bei Ratten, die oral 100 mg/kg/Tag bekamen, ein erhöhtes Auftreten von fötalen Missbildungen (Interventrikulärer Septumdefekt, extrathorakolumbale Rippen), eine verlängerte Trächtigkeitsdauer und eine erhöhte Welpenmortalität. Diese Befunde wurden bei Dosierungen beobachtet, die eindeutig toxisch für das Muttertier waren. Tiefere Dosierungen bei Ratten und eine Dosis von p.o. 48 mg/kg/Tag bei Kaninchen führten zu keiner Wirkung auf die Reproduktion und embryo-foetale Entwicklung (Edwards 1986).
 

Therapie bei Ueberdosierung

Antidot ist Physostigmin.
 
Generell sollten unterstützende symptomatische Therapiemassnahmen eingeleitet und die Absorption des Wirkstoffes aus dem Gastrointestinaltrakt vermindert werden (Plumb 2002).
 
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